Aktuelle Fussball-Nachrichten



Samstag, 24. Februar 2018

Gladbach-Fans plündern Supermarkt

Einige Anhänger von Borussia Mönchengladbach haben sich auf der Rückfahrt vom Bundesligaspiel in Hannover (0:1) reichlich daneben genommen.

Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet kam es am Abend in Minden zu einem größeren Polizeieinsatz als Gladbach-Fans sich die Wartezeit zum Umstieg in einen anderen Zug damit vertrieben, in einem Supermarkt vor allem alkoholische Getränke zu entwenden ohne diese zu bezahlen.

Die angerückten Polizisten nahmen die Personalien von 40 Personen auf. 


Samstag, 24. Februar 2018

Pyro-Irrsinn im Nordderby: HSV-Chaoten drehen durch

Eklat beim Nordderby: Rund um den 1:0-Erfolg von Werder Bremen gegen den Hamburger SV ist es zu unschönen Szenen gekommen.

Die Polizei rückte mit mehreren Hundertschaften an, um gegen Anhänger beider Lager vorzugehen. Gegen eine Gruppe von Werder-Fans setzten die Streitkräfte Wasserwerfer ein.

Wie der Weserkurier berichtet, wollte eine Gruppe von Anhängern der Grün-Weißen trotz Aufforderung eine Treppe nicht räumen, über die HSV-Fans das Stadiongelände verlassen sollten. Um die Lage unter Kontrolle zu bekommen setzte die Polizei Wasserwerfer ein.

Während der 90 Minuten waren es Zuschauer im Hamburger Fanblock, die negativ aufgefallen waren. Sie brannten Pyros ab und schossen Leuchtraketen aufs Spielfeld. Schiedsrichter Felix Zwayer musste die Partie drei Mal unterbrechen. 

HSV-Boss: "Kein Fans - das sind Fußball-Zerstörer"

HSV-Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen äußerte nach dem Spiel scharfe Kritik am Verhalten der eigenen Fangruppen.

"So etwas hat noch keiner Mannschaft geholfen. Wir müssen weiter unverdrossen daran arbeiten, diese Jungs rauszukriegen aus dem Fußball", sagte Bruchhagen im Gespräch mit SPORT1. "."Dabei müssen uns auch unsere Fans, die den Fußball lieben, helfen."

Werder-Trainer Florian Kohfeldt kritisierte: "Das ist ein Unding, Raketen nach unten in die Blöcke zu feuern, ist Irrsinn. Da saßen auch Familien. Solche Leute gehören nicht in ein Fußballstadion."

Den Hamburgern droht nun ein Nachspiel. Die DFL wird aller Voraussicht nach Ermittlungen einleiten.

Spielabbruch wohl kein Thema

Schiedsrichter Zwayer erklärte nach der Partie: "In der einen oder anderen Situation hat das Abbrennen von Pyrotechnik Überhand genommen. Am Ende ist es dann doch glimpflich abgegangen." Ein Spielabbruch stand offenbar nicht zur Disposition. 

Bereits in der vierten Minute hatte Zwayer das Spiel für 60 Sekunden gestoppt, nachdem im HSV-Fanblock Pyrotechnik abbrannte.

Zwayers Zeichen blieb aber wirkungslos. Im weiteren Verlauf flogen mehrfach Leuchtraketen aufs Spielfeld. Bruchhagen rechnete aufgrund der Vorfälle mit "empfindlichen Strafen, das ist doch klar". 


Samstag, 24. Februar 2018

Robben bekräftigt: "Als Spieler muss man sauer sein"

Arjen Robben hätte Gründe genug gehabt, nach dem 0:0 des FC Bayern gegen Hertha BSC kommentarlos das Weite zu suchen.

So wie es Robert Lewandowski tat, weil er nicht über seinen neuen Berater sprechen wollte und auch nicht über seine zahlreichen vergebenen Chancen in den 90 Minuten zuvor.

Auch für Robben war es ein Nachmittag zum Vergessen, spätestens als der starke Berliner Keeper Rune Jarstein in der letzten Minute seinen Freistoß pariert hatte. Robben vergab die letzte Chance, das erste Heimspiel ohne Münchner Tor seit Mai 2015 (0:1 gegen Augsburg) noch abzuwenden.

Doch der Niederländer stellte sich den wartenden Journalisten und wich keiner Frage aus. Auch nicht der nach seinen kritischen Aussagen Richtung Jupp Heynckes wegen seiner Reservistenrolle beim 5:0 in der Champions League gegen Besiktas Istanbul.

"Das ist alles ein bisschen überbewertet worden. Am Ende ist es ein Satz, um den alles geht", sagte Robben. "Den hätte ich im Nachhinein vielleicht lieber nicht gesagt."

Die Highlights des Spiels am Sonntag ab 9.30 Uhr bei Bundesliga Pur im Free-TV auf SPORT1 und im TV-Livestream

Robben versuchte zu beschwichtigen. Gleichwohl rechtfertigte der Routinier seinen Unmut: "Als Spieler darf man sauer sein, muss man sauer sein. Aber ich störe die Mannschaft nicht." Den Teamerfolg sieht Robben trotz seiner kritischen Worte nicht gefährdet. 

"Habe großen Respekt vor unserem Trainer"

Sein Verhältnis zu Heynckes, das betonte Robben ausdrücklich, sei ungeachtet der Meinungsverschiedenheit absolut intakt. "Ich habe großen Respekt vor unserem Trainer. Das ist gegenseitig so. Es gibt überhaupt kein Problem", sagte der 34-Jährige.

Der Chefcoach selbst hatte schon auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Hertha erklärt, dass das Betriebsklima durch Robbens Aussagen "in keiner Weise gestört" sei. 

Auch Robbens Mitspieler sehen offenbar kein Problem. "Arjen ist natürlich ein Spieler, der immer spielen möchte. Aber er war nicht negativ im Training gegenüber der Mannschaft, sondern top-professionell wie immer", sagte Niklas Süle auf SPORT1-Nachfrage. 

Hummels verteidigt Heynckes

Ähnlich äußerte sich Mats Hummels. "Uns stört das nicht. In der Mannschaft war das Thema ganz klein, wurde kurz besprochen, aber nicht groß gemacht", sagte der Abwehrchef.

Hummels gewährte Einblicke in Heynckes' Personalentscheidungen: "Wir wissen, dass der Trainer einen auf keinen Fall aus Boshaftigkeit rauslässt. Sondern weil er das aufstellt, was der Mannschaft aus seiner Sicht am meisten hilft. Deshalb werden wir natürlich versuchen, das alle so hinzunehmen und im Training Gas zu geben, wenn wir mal nicht spielen."

Hat offenbar auch Arjen Robben getan. Gegen Hertha durfte er ebenso wieder von Beginn an spielen wie Franck Ribery, Niklas Süle, Rafinha und Thiago. Bayerns mäßige Vorstellung allein auf die Umstellungen zu schieben, wäre zu einfach.

Auffällig waren allerdings im Vergleich zu den vergangenen Wochen die fehlenden Ideen im Offensivspiel, die schwachen Standards ohne den verletzt fehlenden James Rodriguez und die schlechte Chancenverwertung.

Der CHECK24 Doppelpass u.a. mit Hertha-Trainer Pal Dardai am Sonntag ab 11 Uhr im Free-TV auf SPORT1, auf Facebook Live und via SPORT1.fm

Mehrere Bestmarken verpasst

So verpassten die Bayern, mit einem weiteren Sieg gleich mehrere Bestmarken zu übertreffen. Unter anderem die längste Siegesserie in der Bundesliga und die längste Pflichtspiel-Siegesserie.

Es war das erste 0:0 in der Allianz Arena seit fast sechs Jahren (0:0 im April 2012 gegen Mainz), das erste Unentschieden seit dem 2:2 im Hinspiel Anfang Oktober in Berlin und die erste Punkteteilung seit Heynckes' Rückkehr.

Dennoch ging der 72-Jährige gelassenmit dem ersten kleinen Rückschlag seit dem 1:2 in Mönchengladbach Ende November um. "Wir können auch mit dem einen Punkt leben, ich kann meiner Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen. Solche Tage gibt es im Fußball, das muss man auch akzeptieren."

So wie seine Ersatzspieler den Platz auf der Bank.


Samstag, 24. Februar 2018

Werder siegt nach Video-Wirbel - HSV mit Durchhalteparolen

Die Stimmungslage im Lager des Hamburger SV reichte von Enttäuschung bis Niedergeschlagenheit, aber von Aufgeben sprach nach der 0:1-Niederlage im Nordderby bei Werder Bremen niemand. Die Themen des Abends waren das umstrittene Bremer Siegtor und die Ausschreitungen der Chaoten im HSV-Block.

"Es ist total enttäuschend, wenn man kurz vor Schluss so ein Abseitstor hinnimmt", sagte HSV-Boss Heribert Bruchhagen zu SPORT1. "Wir sind enttäuscht, aber es gibt keine Resignation", betonte Bruchhagen.

"Wir sind leider durch eine strittige Situation unterlegen. Wir haben alles dafür gegeben, dass wir drei Punkte holen, aber es hat nicht gelangt", meinte HSV-Trainer Bernd Hollerbach und ergänzte: "Wir haben noch zehn Spiele und werden alles raushauen."

Ein Eigentor von Rick van Drongelen in der 86. Minute besiegelte die unglückliche 0:1-Pleite im Nordduell - allerdings war der Treffer umstritten und wurde erst nach Zurateziehen des Video-Assistenten gefällt.

Die Highlights des Spiels am Sonntag ab 9.30 Uhr bei Bundesliga Pur im Free-TV auf SPORT1 und im TV-Livestream

Wirbel um Bremens Siegtreffer

"Wir hätten ein Unentschieden verdient gehabt, aber am Ende ist leider eine Fehlentscheidung passiert. Für mich war es ein klares Foul an van Drongelen, er wird am Standbein getroffen", erklärte Trainer Bernd Hollerbach. "Wenn es kein Abseits war, war es ein Foul. Da fragt man sich, warum in Köln die Sache so bewertet wird."

"Ein Derby zu verlieren tut brutal weh, dann auch noch in der 86. Minute und durch Abseits", meinte Andre Hahn zu SPORT1.

Schiedsrichter Felix Zwayer sagte zur strittigen Szene: "Wenn alle Gelehrten darüber streiten, dann ist es keine Situation, die klar und eindeutig ist. Am Ende ist mit dem technischen Hilfsmittel der Linie eine korrekte Entscheidung getroffen worden."

HSV am Abgrund zur 2. Liga

Fakt ist: Der HSV ist seit elf Spielen sieglos und steht als Vorletzter mit 17 Punkten am Abgrund zur 2. Liga. Werder hat bereits neun Punkte Vorsprung auf den taumelnden Bundesliga-Dino (das Spiel im TICKER zum Nachlesen) und schob sich auf Rang 14 vor. (Bundesliga-Tabelle)

"Das war keine Vorentscheidung, es war ein guter Schritt für uns und wahrscheinlich auch ein Nackenschlag gegen den HSV", erklärte Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei SPORT1: "Wir tun aber alle gut daran, niemanden abzuschreiben."

HSV-Boss Bruchhagen gab sich kämpferisch. "Wir müssen unsere Mannschaft schützen, damit sie alles dafür tun kann, ihre Restchance zu nutzen. Eine meiner wesentlichen Aufgaben ist es, dass nicht alles selbstzerstörerisch auf den HSV zugeht. Aber noch ist es nicht so weit. So lange noch eine Chance besteht, werden wir alles dafür tun."

Pyro-Ärger führt fast zu Spielabbruch

Für jede Menge Ärger sorgten die Pyro-Zündeleien von einigen Chaoten im HSV-Block sowie Ausschreitungen nach dem Derby. Zwayer musste die Partie in der 4. und 44. Spielminute jeweils kurz unterbrechen und drohte bei anhaltenden Vergehen sogar mit einem Spielabbruch. Nach dem 1:0 wurden weitere Feuerwerkskörper gezündet.

"So etwas hat noch keiner Mannschaft geholfen", sagte Bruchhagen und bezeichnete die Randalemacher als "Fußball-Zerstörer". Man müsse "weiter unverdrossen daran arbeiten, diese Jungs rauszukriegen aus dem Fußball. Dabei müssen uns auch unsere Fans, die den Fußball lieben, helfen.

Der HSV legte durchaus forsch los und spielte nach einigen Störungen von den Rängen mutig nach vorne. Doch die erste Torchance gehörte den überraschend passiven Grün-Weißen. Ein abgefälschter Linksschuss von Maximilian Eggestein strich knapp am Tor von HSV-Torhüter Christian Mathenia vorbei (15.). Dennoch fehlte es an jeglichem Schwung im Spiel der Bremer, bei denen Kohfeldt auf personelle Experimente verzichtet hatte.

HSV im Pech nach Pavlenka-Patzer

Die neue Grundordnung der zweikampfstarken Hamburger schmeckte den Gastgebern in der ersten halben Stunde nicht. Schlüsselspieler Max Kruse fehlten zunächst die zündenden Ideen, auf den Außenbahnen gelang Florian Kainz und Zlatko Junuzovic nur wenig.

"Es fühlt sich überragend an, Derbysieger zu sein", so Max Kruse. "Ich hatte das Gefühl ja schon mit dem FC St. Pauli - aber hier mit Werder fühlt sich das auch sehr sehr schön an!"

Der HSV war besser drin und wurde nach Standards gefährlich. Ein Wackler von Werder-Keeper Jiri Pavlenka führte beinahe zur Gäste-Führung, doch Hahn und Gideon Jung verpassten im Gestocher knapp (25.). (Alle Ergebnisse des 24. Spieltags)

Anschließend verflachte die ohnehin nicht hochklassige Partie weiter. Beide Teams leisteten sich immer wieder leichte Abspielfehler im Mittelfeld und agierten zu uninspiriert, um gefährlich zu werden.

Werder drängt auf Sieg und wird belohnt 

Zu Beginn der zweiten Hälfte rückte nach dem Pyro-Ärger der Fußball wieder in den Mittelpunkt. Werder verstärkte seine Offensivbemühungen, spielte aber immer wieder zu schlampig in der gegnerischen Hälfte.

Der HSV zog sich zeitweise tiefer zurück und lauerte auf Konterchancen, wie beim Fernschuss des Ex-Bremers Aaron Hunt (60.). 

In der Schlussphase nahm die Partie noch einmal an Fahrt auf. Eggestein verfehlte aus der Distanz nur knapp (72.) und auch der HSV witterte weiter seine Chance auf einen Befreiungsschlag.


Samstag, 24. Februar 2018

Heldt sauer wegen Fan-Protesten: "Kotzt mich alles an"

Explosive Stimmung bei Hannover 96: Nach der 0:1-Heimpleite gegen Borussia Mönchengladbach ging Sportdirektor Horst Heldt deutlicher denn je auf Konfrontation mit den eigenen Anhängern.

"Mich kotzt hier alles an. Wir beschäftigen uns mit allem anderen nur nicht mit Fußball", schimpfte Heldt bei Sky. Auslöser für seine Wutrede war das Verhalten einiger 96-Fans während der Partie.

Im Block der Ultras waren Plakate ausgerollt worden, die entweder die DFL oder Vereins-Präsident Martin Kind anfeindeten. "Eure Gier bringt den Fußball um! 50+1-Regel nicht aufweichen!", war darauf zu lesen, oder: "Kind muss weg!"  

Stimmung bei 96 "so negativ wie noch nie"

Einige Fans erinnerten an Hannovers Meisterschaften 1938 und '54 und den Pokalsieg von 1992. Ihr Kommentar dazu: "Erfolge als Scheißverein (...) Erfolge unter Diktator Kind."

Ein großer Teil des Publikums protestierte auf diese Weise gegen Kinds Pläne, die Mehrheitsanteile bei 96 zu übernehmen. Dadurch würde die 50+1-Regelung außer Kraft gesetzt. 

Solche Unmutsäußerungen sind nicht neu in Hannover. Erschwerend hinzu kam am Samstag jedoch der Unmut über die Montagsspiele in dieser Saison.  Die Atmosphäre im Stadion war so gereizt, dass sie sich sichtbar auf die Spielweise des Aufsteigers auswirkte.

Held schimpft: "Haben es nicht anders verdient"

"In der ersten Halbzeit hat man die Verunsicherung gespürt durch die schlechte Stimmung auf den Rängen", sagte Andre Breitenreiter bei SPORT1. Auf den Trainer wirkte die Kulisse "so negativ wie noch nie in dieser Saison".

Es sei schade, befand Breitenreiter auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, "dass das Ganze auf Martin Kind reduziert wird. Normal klärt man das im Austausch, aber der ist hier in Hannover anscheinend gerade nicht möglich".

Deutlich erzürnter trat Horst Heldt in der Mixed-Zone vor die Mikrofone. Mit Blick auf die Niederlage und die Stimmung während der 90 Minuten grollte der Sportdirektor: "Deswegen haben wir es auch nicht anders verdient."